Alternative Mobilitätskonzepte nutzen

Das Pedelec:
Rückenwind aus dem Akku

Das Pedelec ist ein Elektrofahrrad, das hybrid mit Muskelkraft und Elektromotor angetrieben wird. Hierbei unterstützt der Elektromotor die Tretbewegung des Fahrers und erleichtert damit das Vorankommen - insbesondere an Steigungen und bei Gegenwind.

 

Pedelec fahren

Foto: extraenergy.org

 

Im Gegensatz zum E-Bike, das auch ausschließlich mit Elektroantrieb gefahren werden kann, dient der Motor beim Pedelec lediglich als Hilfe zusätzlich zur Muskelkraft. Pedelecs sind daher in Deutschland zulassungs- und führerscheinfrei, sofern der Elektromotor nur bis zu einer Geschwindigkeit von max. 25 km/h den Vortrieb unterstützt.

 

Manche Modelle bieten zusätzlich zur Unterstützung der Tretbewegung auch eine Schiebe- oder Anfahrhilfe. Hierbei treibt der Elektromotor das Fahrrad auch ohne Tretbewegung an, um z.B. das Schieben an steilen Bergen zu erleichtern oder schwere Lasten an Steigungen transportieren zu können. Ist die Schiebehilfe auf max. 6 km/h Geschwindigkeit beschränkt, so ist auch hierfür keine Zulassung als Leichtkraftrad erforderlich.

 

Pedelec AntriebIm Grunde sind die meisten Pedelecs normale Fahrräder plus Motor, Motorsteuerung und Akkumulator (Akku).

 

Die Motoren sind meist Nabenmotoren, die am Vorder- oder Hinterrad ansetzen. Ebenfalls möglich sind Motoren, die direkt an der Tretkurbel (Mittelmotor) wirken und so den Antrieb der Kette unterstützen.

 

Mittels einer elektronischen Motorsteuerung werden beim Pedelec Vortrieb, Geschwindigkeit und Krafteinsatz gemessen und die Motor-Unterstützung gezielt hinzugefügt.

 

Als Akkumulatoren kommen in heutigen Pedelecs vor allem NimH-, NiCd- und Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. Die Akkus werden in der Regel am oder im Rahmen, auf dem Gepäckträger oder in speziellen Packtaschen verstaut.

 

Aufgrund ihrer höheren Leistung und Haltbarkeit (Fehlen des "Memory-Effekts") werden bei hochwertigeren Pedelecs inzwischen überwiegend die teureren Lithium-Ionen-Akkus benutzt. Die Akku-Technik stellt jedoch - wie bei anderen elektrobetriebenen Fahrzeugen auch - nach wie vor das größte technische Problem dar. Bzgl. Herstellungspreis, Leistung, Gewicht und Haltbarkeit besteht hier noch erheblicher Entwicklungsbedarf.

 

Ein vielversprechender Ansatz ist derzeit die Entwicklung von modernen Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulatoren. Als Weiterentwicklung der Li-Ionen-Akkus versprechen sie eine längere Lebensdauer und sind wesentlich schneller zu laden. Allerdings ist ihre Energiedichte geringer.

 

Bei einer durchschnittlichen Unterstützung durch das Treten erreichen moderne Pedelecs eine Reichweite von 20-50 km bevor der Akku erneut geladen werden muss. Manche Modelle bieten auch die Möglichkeit, Zusatzs-Akkus mitzuführen und erreichen so Reichweiten von über 100 km - immer abhängig natürlich von Windverhältnissen, Geländeprofil und Tretunterstützung durch den Fahrer.

 

Das erste Pedelec im heutigen Sinne wurde 1992 von der Firma Velocity in der Schweiz angeboten. In Deutschland verbreitet sich das "Hybrid-Fahrrad" erst seit einigen Jahren, erfreut sich jedoch inzwischen zunehmender Beliebtheit.

 

Übrigens: In der westlichen Welt weitgehend unbemerkt, verdrängen in China bereits seit Jahren Millionen von Elektrofahrrädern in den  Ballungszentren ihre rein muskelbetriebenen Verwandten. Zumeist handelt es sich hierbei aber nicht um Pedelecs im engeren Sinne. Oftmals werden diese Räder rein durch den Elektroantrieb vorangetrieben, in die Pedale getreten wird nur im Notfall oder zur Unterstützung an Steigungen.

 

Weitere Informationen im Internet:

http://www.pedelecforum.de/wiki/doku.php
http://www.hyperbike.cc
http://www.extraenergy.org

 

 

Pedelec Fundstück auf YouTube:

Anmerkung der Redaktion:
Logisch, auch ein wenig Werbung - aber schön erklärt. ;-)

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